15.04.2004
"Wasser - blaues Gold - Lebensquell" - Pressemitteilung der deutschen Unesco-Kommission e.V.

5. Internationaler Projekttag der rheinland-pfälzischen UNESCO-Projekt-schulen am 26. April 2004

Das Motto des 5. Internationalen Projekttags der Solidarität der UNESCO-Projektschulen im Südwesten Deutschlands lautet "Wasser – blaues Gold – Lebensquell; Waasser – blo Gold – d’Quell vum Liewen; L’eau – l’or bleu – source de vie; woda – błękitne złoto – źródło życia". Die zentrale Veranstaltung findet am Montag, dem 26. April 2004, in der Saar-Mosel-Stadt Konz statt.

Etwa 1000 Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, aus Luxemburg, Lothringen und Polen werden zur Kundgebung auf dem Konzer Rathausplatz erwartet. Zum 18. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl 1986 lenken die Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren die Aufmerksamkeit wieder auf ein globales Umweltthema. Im Vorfeld des Internationalen Projekttages haben sich die Schülerinnen und Schüler der rheinland-pfälzischen UNESCO-Projektschulen fächerübergreifend mit dem Thema Wasser auseinandergesetzt. Jede Schule hat ein Transparent mit einer Wasserbotschaft entworfen, das zum 26. April am Konzer Rathaus für alle sichtbar präsentiert wird. Schirmherr, Förderer und Sponsor des Projekttages ist Thomas Rühle, Geschäftsführer von Aventis Pasteur MSD (Leimen).

Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP), schreibt in seinem Grußwort an die rheinland-pfälzischen UNESCO-Projektschulen anlässlich des Projekttages:

„6,3 Milliarden Menschen leben gegenwärtig auf unserem wunderbaren blauen Planeten. Als ich zur Schule ging, waren es nur drei Milliarden. Jährlich kommen 70 bis 75 Millionen hinzu. Alle diese Menschen sind auf das Lebenselixier Wasser angewiesen. Wasser ist eine Grundvoraussetzung für die Landwirtschaft. Wasser ist erforderlich für vielfältige industrielle Prozesse. Wasser ist erforderlich für sanitäre Einrichtungen. Und Wasser ist erforderlich ganz unmittelbar für den Menschen selbst. Aber wir wissen: Die Menge des verfügbaren Wassers ist nicht vermehrbar. Immer mehr Menschen kommen damit in die große Gefahr, keinen hinreichenden Zugang zu Süßwasser zu haben. Rund 1,2 Milliarden Menschen sind es bereits, die unter den Konsequenzen von Wassermangel zu leiden haben. Täglich sterben bis zu 6.000 Menschen, vornehmlich Kinder, an wasserbezogenen Krankheiten. 2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen“.

Das Programm des Projekttages beginnt um 9.00 Uhr in der Saar-Mosel-Halle in Konz. Hier befindet sich das "Begegnungs- und Basislager". Die Schülerinnen und Schüler lernen sich kennen, indem sie ihre Projektarbeiten zum Thema Wasser vorstellen. Sie singen gemeinsam Gospels und Spirituels und stimmen sich dadurch für die zentrale Kundgebung auf dem Rathausplatz ein, die um 11.00 Uhr beginnt.

Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens werden erwartet. Eingeladen sind unter anderen die Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, und der Bildungsminister des Saarlandes, Jürgen Schreier. Ein großes Banner vor der Balustrade des Rathauses fasst das Motto der Kundgebung in Deutsch, Luxemburgisch, Französisch und Polnisch zusammen. Es wird flankiert von Transparenten mit Wasserbotschaften der Schülerinnen und Schüler der rheinland-pfälzischen UNESCO-Projektschulen.

Grußworte des Schirmherrn, Förderers und Sponsors Thomas Rühle, von Klaus Töpfer und der Ehrengäste, Texte zum Thema Wasser, Wasserbotschaften, Lieder und musikalische Darbietungen bilden das Programm der Kundgebung. Sie wird mit einem „Konzer Manifest der UNESCO-Projektschulen“ abschließen.

Das Manifest ruft dazu auf, sich durch Terror, Gewalt und Angst nicht lähmen und sich nicht von einem „Kampf der Kulturen“ leiten zu lassen, sondern einen Dialog für Gerechtigkeit auf gleicher Augenhöhe zu führen, Not und Elend zu bekämpfen und für ein friedliches Miteinander zwischen Kulturen, Religionen, Nationen und Generationen einzutreten.

Mit dem Projekttag in Konz ist eine Solidaritätsaktion für den Bau von Zisternen in Casa Nova, einem Dorf im trockenen Nordosten Brasiliens, verbunden: Baseball-Mützen mit dem Logo der UNESCO-Projektschulen aus Rheinland-Pfalz werden zum Verkauf angeboten. Der Erlös geht an das Zisternenprojekt. Der Bürgermeister der Stadt Konz hat bereits die Zusage gemacht, den Geldbetrag für eine Zisterne einer Familie in Casa Nova zur Verfügung zu stellen.

Die Konzer Veranstaltung endet gegen 13.00 Uhr. Anschließend begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins acht Kilometer entfernte Trier. Hier können sie an den Heilig-Rock-Tagen im Trierer Dom teilnehmen und die Landes-gartenschau Rheinland-Pfalz am Trierer Petrisberg besuchen.

Weitere Informationen:
Anton Viktor Wyrobisch, Landeskoordinator der UNESCO-Projektschulen in Rheinland-Pfalz, Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier / UNESCO-Projektschule,
Tel. 0651 146 19 10 (dienstlich) oder 0172 61 58 229 (privat)

In Rheinland Pfalz gibt es zehn UNESCO-Projektschulen, in Deutschland 160 aus allen Schularten und Schulstufen. Weltweit sind rund 7.500 Schulen in über 170 Ländern Mitglieder im Schulnetz der UNESCO. Sie orientieren sich an den Leitlinien der internationalen Verständigung und des interkulturellen Lernens. Themen im Unterricht sind Menschenrechte, Armutsbekämpfung, Toleranz sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung.


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